Sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Menschen ohne dessen Einwilligung vorgenommen wird, wobei diese Person vom Täter/der Täterin als Objekt zur Befriedigung eigener Bedürfnisse benutzt wird.

Auch das Zeigen von Pornografie, das Benutzen von sexualisierter Sprache, das Betatschen der Brust oder des Hinterns sind sexuelle Übergriffe, wenn es ohne Deine Einwilligung mit Dir gemacht wird. Bist Du Dir nicht sicher, wie Du das einordnen sollst, was da mit Dir gemacht wird, dann hör auf Dein Gefühl. Wenn Du spürst, dass es Dir unangenehm ist, dann ist es nicht gut für Dich. Dann hast Du alles Recht der Welt, Dich dagegen zu wehren.

Sexuelle Gewalt ist eine strafbare Handlung.

Wenn man sexuelle Gewalt erlebt hat, kann sich dies ganz unterschiedlich auswirken. Schlafstörungen, Alpträume, Konzentrationsstörungen, Ängste, depressive Gefühle, Isolation und Vertrauensverlust sind nur einige der belastenden Folgen. Manche fangen an, ihren Körper zu hassen oder ihn einfach nicht mehr zu spüren. Oder sie "beamen" sich in Gedanken weit weg, damit das Schreckliche ausgeblendet wird. Oder sie richten die Wut gegen sich selbst.

Vielen fällt es schwer, über das Erlebte zu reden - und das kann sehr einsam machen. Manche haben Angst, weil der Täter/die Täterin gedroht hat, dass dann etwas Schlimmes passiert oder dass sie selbst schuldig sind. Oder sie befürchten, dass niemand ihnen glaubt. Vielen ist es peinlich, sie fühlen sich beschmutzt und wertlos. Manche haben schon Versuche gemacht, davon zu erzählen und dann erlebt, dass niemand aufmerksam geworden ist und nachgefragt hat. Oder dass ihnen nicht geglaubt wurde, weil der Täter/die Täterin eine wichtige Stellung hat und/oder sehr beliebt ist.

Wenn es Dir auch so ergangen ist, dann gib nicht auf!

Das Schweigen zu brechen bedeutet auch, die Macht des Täters/der Täterin zu brechen.

Es gibt viele Menschen in Beratungsstellen, die Dich unterstützen können weil sie sich auskennen und Verständnis für Deine Situation haben. Bei der Suche nach einer Beratungsstelle in Deiner Nähe helfen wir Dir gerne.

Du kannst Dich auch gerne an uns wenden, wenn Du aus dem Raum Osnabrück kommst. Bei uns entscheidest Du, was Du erzählen möchtest und wann Du es tun willst. Wir richten uns da ganz nach Dir, weil es uns wichtig ist, dass Du selbst die Kontrolle über das behältst, was passiert.

Du bestimmst, um welche Themen es geht: Du willst sexuelle Gewalt gegen dich stoppen! Wir überlegen zusammen, was Du tun kannst, um Dich zu schützen.

Nach einer Vergewaltigung kannst Du Dich zur Beweissicherung in ein Krankenhaus begeben. In Osnabrück hat sich das Marienhospital darauf spezialisiert. Du hast ein Recht darauf, von einer Frau behandelt zu werden.

Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du eine Anzeige erstatten sollst und nicht weißt, was dann auf Dich zukommt, dann helfen wir Dir. Du hast das Recht darauf Deine Aussage vor einer Frau zu machen. Wir helfen Dir bei jeder Deiner Entscheidungen egal wie diese ausfallen wird und wir lassen Dich nicht alleine.

Uns ist es ganz wichtig, dass es Dir besser geht. Suchst Du eine Therapeutin oder einen Therapeuten, dann können wir uns zusammen auf die Suche machen.

Wir unterstützen Dich, damit Du Dein Leben wieder selbst in die Hand nehmen kannst.

Du kannst auch zur Beratung kommen, wenn nicht Du selbst, sondern eine Freundin und Angehörige, Bekannte, Schülerin von sexueller Gewalt betroffen sind und Du wissen möchtest, welche Hilfe es für sie gibt und wie Du selbst Unterstützung geben kannst.